Bautagebuch

Glaube bleibt – Räume bewegen sich

Wer von außen auf unsere Kirche und das Pirmin-Diehl-Haus blickt, könnte meinen: Ein neuer Anstrich würde genügen. Doch bei genaueren Hinsehen zeigt sich schnell – es braucht mehr als etwas neue Farbe. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen und zeigen deutliche Spuren der Zeit – technisch, energetisch und funktional.

Ein zentraler Baustein unseres pastoralen Konzepts lautet daher: Unsere Gebäude müssen zur heutigen Gemeinderealität passen. Viele Räume, wie etwa das stark sanierungsbedürftige Pirmin-Diehl- Haus, sind zu groß, zu aufwändig im Unterhalt oder entsprechen nicht mehr dem, was wir für ein lebendiges Gemeindeleben brauchen. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie können wir Kirche neu denken, ohne ihren Kern zu verlieren?

Genau hier setzt das spannende Projekt an. Gemeinsam mit dem Architekturbüro bayer | uhrig wollen wir neue Wege gehen. Die Idee dahinter: Unsere Kirche soll Sakralraum und Gemeinderäume unter einem Dach vereinen. Gottesdienste und Gemeinschaft rücken räumlich und inhaltlich näher zusammen. Damit entstehen neue Möglichkeiten, Kirche zu leben – zeitgemäß, offen und miteinander verbunden.

Räume bewegen sich: Unsere Kirche, wie wir sie kennen, wird sich in den kommenden Monaten verändern. Diese Zeit des Umbaus ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, als Gemeinde noch mehr zusammenzuwachsen. Wenn wir eines dabei lernen, dann das: Kirche ist nicht nur ein Gebäude aus Stein, sondern vor allem eine Gemeinschaft aus Menschen, die gemeinsam glauben, hoffen und anpacken. Schritt für Schritt entsteht ein Ort, der Liturgie und Leben neu zusammenbringt. Ein Ort, an dem Glaube erfahrbar bleibt – und Gemeinschaft neu wachsen kann. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam zu gehen – mit Offenheit, Vertrauen und der Zuversicht, dass unsere Kirche dadurch noch mehr zu dem wird, was sie sein soll: ein Ort für alle.

Bautagebuch – aktuelle Arbeiten:

2026-10_Guss-Bodenplatte (4)
2026-10_Guss-Bodenplatte (2)

Viele Kubikmeter Beton wurden ab Montag, dem 12. Oktober im neuen Sakralraum und Gemeindebereich verteilt, sodass ein solides Fundament für all das entsteht, was uns im umgestalteten Inneren unseres Kirchengemäuers in Zukunft erwarten wird.

2026-09_Bewehrung-Bodenplatte (5)
Eine Menge Baustahlmatten sind im Oktober in unsere Kirche gebracht worden zur Bewehrung der neuen Bodenplatte, die noch dieses Jahr betoniert wird.
2026-08_Abwasser-Verlegung
Bereits kurz nach der Begradigung des sandigen Untergrunds wurden die ersten Gräben für die neue Abwasserentsorgung des entstehenden Gemeindebereiches für die Küche und die Toiletten gezogen sowie Abwasserrohre verlegt. Es entsteht Neues ...
2026-07_Ausbau-Heizung (3)
Ende Juli wurde die alte Öl-Heizungsanlage aus dem Keller ausgebaut. Viele Jahre hat die Umluftheizung unseren Kirchenraum in den Wintermonaten beheizt und damit nicht nur den Gottesdienstbesuchern den Aufenthalt in der Kirche angenehmer gemacht, sodern auch unsere Orgel vor Schäden geschützt.
2026-06_Ausbau-Bodenplatte (2)
Etwa 1,5m tiefer als vorher steht man aktuell in unserer Kirche, deren Bodenniveau nun auf der untersten Schicht begradigt wurde. Alle Schächte der ehemaligen Umluftheizung sind verschwunden und nur noch die Durchlässe in den Heizungskeller unter der Sakristei zeugen vom bisherigen Heizsystem und seinen Ausmaßen.
2026-05_Ausbau-Bodenplatte (8)
Seit April sind die Arbeiten im Kirchenraum nun in vollem Gange. Die Bodenplatte samt Luftschächte der Heizung werden nach und nach entfernt und ausgehoben.
2025-12-02_Abbau-Empore (2)
Zum Ende des Jahres hat sich die Kirche nun fast vollständig geleert. Die bisherige Empore wurde abgebaut und Bilder sowie Kreuzweg sind sicher eingelagert, sodass sie in der neu gestalteten Kirche wieder einen Platz finden können.

Zur Geschichte der Kirche

Der Ort Hochspeyer wird schon 1221 als Pfarrei mit den Filialen Fischbach, Mölschbach und Sendelborn erwähnt. Die Pfarrkirche, die einst dem Heiligen Cyriakus geweiht war, ist mit einem Kreuzaltar auch im Wormser Synodale von 1496 verzeichnet. Als die Leininger in ihrem Gebiet die Reformation (1517-1648) einführten, wurde das Gotteshaus um 1560 lutherisch. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war das Dorf verödet und menschenleer.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließen sich in Hochspeyer wieder zunehmend Katholiken nieder, sodass 1755 eine eigene Kirche errichtet werden konnte. Hundert Jahre später wurde nach Plänen des Baurats Tanera aus Speyer eine neue, größere Kirche gebaut, die bereits 1912 wegen der stark angewachsenen Bevölkerung nach Entwürfen des Ministerialrates Ritter von Perignon erweitert werden musste.

Textquelle: Westpfalz.wiki